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Kurioses aus den USA: Alle sieben Tage wird ein NFL-Profi verhaftet

Auch im deutschen Profisport gibt es hier und dort einmal Kriminalität. In letzter Zeit hat vor allem der FC Bayern München mit einigen Spielern und Funktionären für Schlagzeilen gesorgt. Dies alles ist aber nichts im Vergleich mit Übersee. Allen voran die NFL-Stars, welche zum Teil noch beeindruckende kriminelle Karrieren neben ihrem Profisportler-Dasein haben.

I.
Nackt beim Einbruch angeschossen

Ganz aktuell wurde, wie NBC berichtet, der ehemalige NFL-Cornerback Stanley Wilson bei einem Einbruch erwischt. Zu seinem Pech war der Hausbesitzer jedoch zu Hause, bewaffnet und schoss kurze Hand auf den ehemaligen Profispieler. Sei dies nicht schon alles kurios genug, war Wilson bei der gesamten Aktion auch noch nackt. Es war übrigens an dem Abend nicht sein erster Einbruch. Zuvor soll er am Abend bereits in das Haus einer Frau eingebrochen sein und sie gefragt haben, ob sie etwas bräuchte.

Der junge Wilsons bleibt dabei übrigens seiner Familienhistorie treu. Bereits sein Vater spielte in der NFL und wurde kurz vor dem Super Bowl von seinem Trainer mit großen Mengen Kokain in der Badewanne erwischt.

II.
Ein NFL-Profi wird pro Woche festgenommen

Dass dies kein Einzelfall ist, zeigt bereits die Existenz der Webseite NFLArrest.com. Auf dieser Webseite werden alle Festnahmen von NFL-Profis dokumentiert. Durchschnittlich wird alle sieben Tage ein NFL-Profi festgenommen. Wobei es seit 36 Tagen aktuell schon keine Festnahme mehr gab und dies obwohl die nächste NFL-Season noch gut zwei Monate entfernt ist. Der Rekord ohne Festnahme ist übrigens 71 Tage.

Die meisten Festnahmen erfolgten seit dem Jahr 2000 wegen DUI (Fahren unter Drogen/Alkohol) mit 206 Fällen. Gefolgt wird die Statistik von Drogendelikten und häuslicher Gewalt mit jeweils 91 Fällen. Direkt danach kommt bereits der Raub mit 66 Fällen.

Manchen Spielern gefällt es so gut im US-Gefängnis, dass sie sich regelmäßig inhaftieren lassen. Zum Beispiel Adam Jones, welcher sich in den letzten Jahren insgesamt 9 mal festnehmen ließ. Bei den Teams sind übrigens die Minnesota Vikings ganz vorne mit fast 50 Festnahmen dabei. Die im Jahr 2002 gegründeten Houston Texans kommen dagegen auf nicht einmal 20 Festnahmen.

III.
Warum kommt es bei NFL-Profis zu dieser Kriminalität?

Vorweg muss gesagt werden, dass die Quote bei den NFL-Spielern noch unter dem Durchschnitt der normalen US-Bevölkerung liegt. Während in den gesamten USA pro Woche 0,0738% der Bevölkerung festgenommen werden, sind es von den 1700 NFL-Profis lediglich einer, dies macht 0,0588% aus.

Trotzdem ist das kein „normal zu erwartender Wert“. Denn Profisportler gehören zwar grundsätzlich durch Alter und Geschlecht der höchsten Risikogruppe an, dies wird jedoch ausgeglichen durch den hohen Sozialstand, meist eine doch zumindest ordentliche Bildung und dem Kontrolldruck durch die Öffentlichkeit. Normalerweise müsste die Quote also deutlich geringer sein.

Man darf jedoch nicht vergessen, dass vor allem die NFL noch immer aus den untersten amerikanischen Sozialschichten rekrutiert. Die Spieler stammen häufig aus den ärmsten Verhältnissen und haben eine „Ghettovergangenheit“. Viele Spieler stehen auch noch während ihrer Profikarriere im Kontakt mit ihrer ehemaligen Gang. Aus diesem Grund geraten sie auch immer wieder in kriminelles Verhalten. Dies erklärt auch die hohe Anzahl an Raubüberfällen, obwohl die Spieler mehr als genug Geld zur Verfügung haben.

Es scheint den NFL-Clubs also nur schwer zu gelingen ihre Spieler aus diesen ehemaligen Peer-Groups herauszuziehen. Dabei kann vor allem die Mischung aus hohen finanziellen Mitteln, einem gewissen Gott-Komplex und Kontakte zu ehemaligen Gangs eine gefährliche Mischung sein. Und da soll noch einmal jemand übe den FC Bayern München schimpfen.

1 Comment

  1. AresOfStark

    11. Juli 2016 - 9:10
    Reply

    Interessante statistik.
    Ich hab als Fan von New England mir schon öfter mal die Frage gestellt warum ein „Leistungsträger“ vor den Playoffs verhaftet wurde.

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