Ingerenz

Pärchen streitet um ihr Marihuana und ruft die Polizei zur Schlichtung

In Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ist immer die Frage wichtig, wer die Drogen denn genau in Besitz hatte. Die Cannabispflanzen auf dem Balkon der WG sei zwar jedem aufgefallen, aber wem die gehört, daran könne sich keiner mehr erinnern. Vermutlich war sie schon beim Einzug da! Geerntet ham sie wohl die Vögel, anders sei das ja nicht zu erklären. So oder so ähnlich läuft es Land auf Land ab in den Ermittlungsverfahren. Am Ende steht meist eine Einstellung des Verfahrens, da der Besitzer nicht ermittelt werden kann.

I.
Es kann auch anders laufen

Anders erlebte es dagegen die Polizei in Böblingen im friedlichen Baden-Württemberg. Eine 42-Jährige und ihr 51-jähriger Bekannter konnten sich nämlich nicht darüber einigen, wem denn die kleine Menge Marihuana gehören würde. Daher riefen sie die Polizei zur Schlichtung.

Die Polizei rückte an und löste das Problem. Anscheinend ist dem 51-Jährigen nämlich doch die Einsicht gekommen, dass der Verzicht auf das Eigentumsrecht vielleicht die cleverere Alternative ist. Zumindest hat die Polizei die Frau als Eigentümerin ermittelt und ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet.

II.
Einstellung bei kleinen Mengen

Strafrechtlich hat die Frau in der Regel nicht viel zu erwarten. In mittlerweile allen Bundesländern werden Strafverfahren bis zu 6 Gramm Marihuana grundsätzlich folgenlos eingestellt. Zu einer Beschlagnahmung der Drogen kommt es dagegen trotzdem. Daher war das Einschalten der Polizei vermutlich nicht die cleverste Entscheidung. Zumindest hat es ihr nicht ihr vermeintliches Marihuana zurückgebracht.

Bild ©: NicoLeHe / pixelio.de

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