Ingerenz

Postbote zerreißt Brief – Zwei Jahre Freiheitsstrafe

Nach sechs Jahren geht ein sehr interessanter Prozess in Indien zu Ende. Laut Hindustantimes wurde ein Postbote zu zwei Jahren Freiheitsstrafe wegen eines zerrissenen Briefes verurteilt.

Dem Postboten wurde von seinem Chef vorgeworfen, dass er nicht alle Briefe selbst ausgetragen hätte. Stattdessen soll er sich der Hilfe eines Kollegen bedient haben. Da der Kollege den Zustellbezirk aber nicht so gut kannte, brachte er viele Briefe als nicht zugestellt zurück. Das fand der Chef weniger erfreulich und stellte den eigentlichen Briefzusteller zur Rede.

Daraus entbrannte ein wütender Streit. An dessem Ende zerriss der Postbote wutentbrannt einen Brief. Ein schwerer Verstoß gegen das indische Postgesetz aus dem Jahr 1898. Wer einen Brief öffnet, absichtlich zu spät ausliefert oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft. Das Gericht sah den Verstoß als so schwerwiegend an, dass der Postbote tatsächlich die maximale Strafe bekam.

In Deutschland würde für die erfüllte Sachbeschädigung ebenfalls eine Höchststrafe von zwei Jahren Freiheitsstrafe drohen. Wobei es, anders als anscheinend in Indien, sehr schwere wäre an die maximale Strafgrenze zu gelangen. In der Regel wird sich hier, vor allem bei Ersttätern, mit einer Geldstrafe begnügt.

Vorerst muss aber auch der Verurteilte indische Briefträger nicht im Gefängnis übernachten. Er kam vorerst auf Bewährung frei. Sein Anwalt will Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

Bild ©: Rike / pixelio.de

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