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Richter lässt Angeklagten elektroschocken

Ein 72-jähriger Richter wurde in den USA zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Wie die Washington Post berichtet, erfolgte dies, weil er einem Angeklagten einen 50.000 Volt Elektroschock verordnet hatte. Zusätzlich muss er eine Strafe von 5000 US-Dollar zahlen und an einem Antigewaltprogramm teilnehmen.

Der Vorfall geschah bereits im Jahr 2014. Der Angeklagte verteidigte sich im damaligen Verfahren selbst. Er trug ein Schockband am Körper, welches per Fernsteuerung der Sheriffs einen Elektroschock ausführte. Als der Richter gerade den Ablauf der Juryauswahl erklärte, fiel der Angeklagte dem Richter ins Wort. Als er auch auf Aufforderung nicht mit seinen Ausführungen stoppte, ließ der Richter ihn vom Sheriff elektroschocken.

Auf dem Video sieht man, wie der Angeklagte sich vor Schmerzen auf dem Boden krümmt. Nachdem heraneilende Sanitäter feststellten, dass keine erheblichen Verletzungen vorlagen, wurde die Verhandlung fortgeführt.

Der Richter war in seinem eigenen Verfahren einsichtig. Bereits einen Monat nach dem Vorfall wurde er seines Amtes enthoben. Der Richter war aber offiziell sowieso schon pensioniert und arbeitete nur noch aushilfsweise in Teilzeit.

Die milde Strafe verdankt der Richter aber nicht nur seiner Einsicht, sondern auch einem Deal zwischen seinem Strafverteidiger und der Staatsanwaltschaft.

Es war übrigens nicht die erste Verfehlung des Richters. Bereits im Jahr 2009 hat er die Luft aus einem Wagen vor dem Gericht rausgelassen, weil er im Parkverbot stand. Der Wagen gehörte einer Reinigungskraft des Gerichts.

Der Richter wurde damals zu 500 US-Dollar verurteilt und musste einen Entschuldigungs-Brief an die Fahrerin des Fahrzeuges schreiben.

Bild ©: Thorben Wengert / pixelio.de

2 Comments

  1. a1Do255

    21. April 2016 - 10:52
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    „Der Vorfall geschah bereits im Jahr 2013.“ Das verlinkte Video ist vom 23. Juli 2014 datiert. Finde den Fehler. 😉

    • Mathias Schult

      26. April 2016 - 20:54
      Reply

      Danke fixed.

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